Bewerbung als Kandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Wahlkreis 06 zur Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg

Liebe Freundinnen und Freunde,

als sich die GRÜNEN vor 40 Jahren in meinem Heimatort Sindelfingen gegründet haben, hätte niemand diesen Aufstieg geahnt: Seit 8 Jahren führt Grün das Land an und stellt den Ministerpräsidenten! Von der anfangs belächelten Öko- und Turnschuh-Partei hat sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur größten Kraft in Baden-Württemberg entwickelt. Wir erleben momentan einen noch nie dagewesenen Zulauf, bei Neumitgliederempfängen platzt die Geschäftsstelle in Stuttgart aus allen Nähten. So viele GRÜNE wie noch nie bekleiden seit den Kommunalwahlen im Mai ein Amt in Ortschafts- und Gemeinderäten oder im Kreistag. Darauf können wir stolz sein. Die Menschen sind endlich aufgewacht!

„Von Null auf Hundert!“

Mein Herz schlägt seit jeher Grün! Seit Jahren unterstütze ich grüne Politik durch den Besuch von grünen Veranstaltungen und bin bei Demos dabei. Das war mir jetzt aber nicht mehr genug. Ich wollte selbst mit anpacken und mich und meine Ideen direkt einbringen. Nicht immer nur meckern, was einem an der derzeitigen Politik nicht gefällt, nein, selbst mitwirken und Verantwortung übernehmen, um gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten. Zum Jahresbeginn erst bei den GRÜNEN eingetreten, habe ich mich direkt in die Parteiarbeit gestürzt und wurde im Mai zur Ortschaftsrätin in Höfingen und zur Stadträtin in Leonberg gewählt. Danach habt Ihr mich als Delegierte zur LDK in Sindelfingen geschickt und seit kurzem gehöre ich jetzt auch zum Vorstand des OV Leonberg. Meine Arbeit als Stadt- und Ortschaftsrätin inspiriert und motiviert mich, auf diesem Weg weiter voranzugehen. Ich freue mich, wenn ich von den Menschen angesprochen werde und ihnen in dieser inhaltlichen Auseinandersetzung ihre Zweifel oder das Gefühl nehmen kann, dass ihnen Politiker sowieso nicht mehr zuhören. Nur so bin ich direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern, erfahre von ihren Wünschen und Problemen und kann handeln. Auch schwierigen Themen gehe ich dabei nicht aus dem Weg, denn Umbruch und Veränderung sind nun mal nicht bequem, sondern erfordern unsere ganze Tatkraft!

Mein Leben und mein Terminkalender wurden seit dem Frühjahr komplett umgekrempelt und wenn ich das Jahr Revue passieren lasse, sehe ich, wie rasant sich alles verändert hat und was ich erreicht habe. Aber genau so will ich es, dafür brenne ich und ich bin Euch und den Wählerinnen und Wählern in Leonberg überaus dankbar und sehr stolz darauf, dass Ihr mir diese Möglichkeiten gegeben habt. „Von Null auf Hundert!“ – so kann man mein Jahr 2019 wirklich beschreiben.

Und genau diese Leidenschaft, diese Energie, die sowohl mich antreibt, als auch die GRÜNEN zu Rekordergebnissen führt, diese Kraft möchte ich nutzen und potenzieren für ein Landtagsmandat 2021.


Was bewegt mich und was möchte ich bewegen?

Als Tierärztin liegen mir die Bereiche Tier- und Umweltschutz natürlich besonders am Herzen. Wo ich mich bisher beruflich und privat für Wohlergehen und Schutz von Tieren eingesetzt habe, möchte ich das zukünftig auch im Landtag tun, sei es zum Thema Tiertransporte oder Artensterben. Wenn wir den kommenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen, dann müssen wir jetzt die Notbremse ziehen und nicht erst, wenn z.B. Insekten oder die Fülle der so wichtigen Bodenorganismen durch Pestizide ausgerottet sind. Hier sollten wir beispielsweise von unseren Nachbarn in der EU lernen und über die Einführung von Pestizidabgaben nachdenken, mit deren Erlös wir sowohl Ausgleichsmaßnahmen im Naturschutz als auch nachhaltige Landwirtschaft fördern könnten. Wir müssen uns jetzt gegen unsinniges Tierleid stellen, das uns das derzeitige Bundesministerium mit weiteren Jahren Kükenschredderns, winzigen Kastenständen und betäubungsloser Ferkelkastration in Lobbyarbeit mit der Landwirtschaft unterjubeln möchte. Ich will nicht gegen die Bauern im Land kämpfen, ich will sie mitnehmen in diesem Umgestaltungsprozess zu einer gangbaren Lösung in der Agrarwende.

Genauso akut und wichtig ist unser Schwerpunktthema für die kommende Landtagswahl: Der Klimaschutz. Die Bundespolitik hat uns hier mit ihrem aufgeweichten Klimapaket schwer im Stich gelassen. Baden-Württemberg muss es mit seinem Klimaschutz-Leitantrag besser machen und Vorreiter werden in Sachen Klimaneutralität! Nachhaltige Mobilität, Ausbau von Radwegnetzen, Ausbau und Sicherung von Fußwegen, Neupflanzung von Bäumen im Stadtgebiet, möglichst alles koordiniert durch einen Klimaschutzmanager - alles Punkte, die wir gerade erst in unseren Anträgen im Leonberger Gemeinderat gefordert und größtenteils auch verabschiedet haben. Auch wenn uns der Spagat zwischen Wirtschaft und Klimaschutz gerade in der Automobilregion Stuttgart vor große Herausforderungen stellt und andere Parteien hier gerne die Angst vor Verlust von Arbeitsplätzen und Wohlstand schüren, so haben wir doch mit den bisher schon auf den Weg gebrachten Gesetzen und Maßnahmen die besten Voraussetzungen dafür, das Ruder noch einmal herumzureißen und nicht weiter auf eine Klimakatastrophe zuzusteuern. Maximal 1,5°C! Diese Zahl müssen wir bei allen Verhandlungen permanent im Kopf haben.

Ich bin eine Frau und ich mische mich ein! Wenn es sein muss, verschaffe ich mir Gehör und bin auch mal unbequem. Ich setze mich für Frauenpolitik und Frauen in der Politik ein. Wie lange wollen wir uns noch kleinhalten und benachteiligen lassen? Jüngstes Beispiel: Die Wahlrechtsreform konnte in Baden-Württemberg wieder nicht gegen die CDU durchgesetzt werden. Haben es die grauen Herren also weiterhin geschafft, einen Vorstoß für mehr Frauen im Landtag auszubremsen. Dabei liegt der baden-württembergische Landtag mit aktuell nur 26,6% Frauenanteil schon an drittletzter Stelle der Statistik. Und auch wir GRÜNEN brauchen noch mehr Frauen in der Politik, egal ob auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene. Frauen machen anders Politik als Männer, wir sind lösungsorientiert, teamfähig und flexibel, weil wir uns gegen wesentlich mehr Widerstände durchsetzen mussten, die durch die gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrollen leider immer noch existieren. Wir GRÜNEN müssen noch viel mehr Frauen motivieren, sich politisch zu engagieren und für Ämter zu kandidieren. Mut machen anstatt zu demotivieren, unterstützen anstatt zu blockieren, so möchte ich im Landtag Politik von und für Frauen machen. Ich möchte eine derjenigen sein, die den Frauenanteil bei der nächsten Wahl nach oben treiben. Eine derjenigen, die anderen Frauen Mut machen, sich einzumischen und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Mein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und meine persönliche Familiengeschichte haben mich schon früh dazu bewogen, mich gegen alles zu stellen, was rassistisches und faschistisches Gedankengut in sich trägt. Meine Eltern haben als Kinder einen Weltkrieg erlebt, meine Großeltern zwei – genug grausame Geschichten für mehr als ein Leben. Genau diese Geschichten aus erster Hand müssen diejenigen wachrütteln, die heute den falschen Weg einschlagen und Faschisten in die Parlamente wählen. Die letzte Wahl in Thüringen hat es nur wieder allzu deutlich gezeigt, dass wir uns noch vehementer gegen Rechts stellen müssen. Grausame und sinnlose Taten wie in Halle müssen verhindert werden. Dafür habe ich 20 Jahre unter anderem in der Antifa gekämpft und werde es auch weiterhin mit aller Kraft tun. Die Geschichte darf sich hier nicht wiederholen!

Behindertenpolitik ist ebenfalls ein Thema, das mich persönlich betrifft und für das ich mich weiterhin stark machen werde. Noch immer werden Menschen mit Handicap viel zu oft ausgegrenzt und benachteiligt. Auch die so oft im Bereich Bildung geforderte Inklusion ist momentan höchstens eine Integration. Hier gibt es noch so viel zu tun und auch hier werde ich meinen Beitrag dazu leisten.

„Zeig ihnen Deine Persönlichkeit, lass sie spüren, wer Du bist.“

Ein guter Freund und Mentor hat einmal zu mir gesagt: „Du willst Menschen mitreißen und von Deiner Sache überzeugen? Dann zeig ihnen Deine Persönlichkeit, lass sie spüren, wer Du bist.“ Ich wollte Euch zeigen, wer ich bin, was mich antreibt und was ich zusammen mit Euch und Eurer Unterstützung erreichen will. Ich bin noch relativ neu im Politikgeschäft und viele von Euch kennen mich noch nicht. Deshalb habe ich einige wichtige Punkte zu meiner Person zusammengefasst, um Euch neugierig darauf zu machen, mich persönlich kennenzulernen.

„Von Null auf Hundert!“ – Was eigentlich nur ein flapsiger Spruch am Abend nach der Kommunalwahl war, als ich als Neuling von Listenplatz 11 in den Gemeinderat der Stadt Leonberg gewählt wurde, hat sich zu meinem persönlichen Motto entwickelt. Ich werde mich mit meiner ganzen Energie und Leidenschaft für unsere Zukunft und die Zukunft des Landes Baden-Württemberg einsetzen. Ich werde die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger weiterhin auf kommunaler Ebene vertreten, als Bindeglied zwischen Wahlkreis und Landespolitik kann ich dies noch effektiver als Mitglied des Landtags tun. Hierfür bitte ich Euch um Euer Vertrauen und Eure Stimme.


Eure Sibylle De Mott